• Stephan Hänni

Tod eines lieben Menschen


Die Aussage, die man so schnell nicht mehr vergisst:

"Ihr/e ……….. ist gerade gestorben… "


Ein Satz, der so endgültig ist. Ein Satz, der auch vieles offen lassen kann, zumindest dann, wenn zuvor nicht alles gesagt wurde.



Ab dem Tag, wo man das Leben erblickt, ist der Tod für sich, wie für sein nahes Umfeld, ein ständiger Begleiter.

Doch wie geht man damit um und ja, wie trauert man richtig…?


Es gibt in dem Moment kein richtig oder falsch, sondern ein individuelles, eigenes trauern.

Im Verlauf eines Lebens gilt es so einige Abschiede zu ertragen.

Das Leben stellt uns immer wieder vor neuen Herausforderungen. Das Verabschieden eines lieben Menschen und die Trauer ist eine davon.

Für einige Hinterbliebenen mag es gut sein, dass nun so einiges an organisatorischen Belangen, was ein Tod auch mit sich bringt, ansteht, da man für einen Moment abgelenkt ist. Für die Anderen ist es ein zusätzlicher Stress, der ihrem Verarbeiten, der ganzen Situation, im Wege steht.


Für den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin können dabei irgendwann die drei magischen Worte: «Ab jetzt allein» auftauchen.

Gerade in dieser Situation kann es wichtig sein, jemanden in seinem Umfeld zu haben, der "JETZT" da ist und die Person auffängt und begleitet.

Denn dieses «Alleine» bedeutet für jeden Menschen etwas anderes und auch der Zeitpunkt dieser drei Worte sind ganz individuell.


Bei vielen Menschen löst die Trauer ein grosser , ja fast unerträglicher Schmerz aus. Einigen geht es dabei besser, wenn zumindest das Gefühl da ist, nicht alleine mit dem «Schicksal» zu sein.

Finden Menschen, die einen Trost wollen - keine menschliche Unterstützung, bleiben sie mit ihrer geistigen Verletzung, dem Schmerz, der Kraftlosigkeit und der Verzweiflung oft in einem riesigen «Loch» stecken.


Da stellt sich einmal mehr die Frage, was Menschen in einem solchen Moment überhaupt trösten kann. Die Antwort ist in den meisten Fällen: «Energien».

Energien die man sich selber holt oder die von ausserhalb gegeben werden. Doch so einfach sich diese Zeilen lesen, so schwer mag es oft in der Umsetzung sein. Denn Menschen welche Energielos sind und sich alleine fühlen, haben oft auch eine «Grenzschwelle», Hilfe zu holen und allenfalls auch Hilfe anzunehmen.


Ab 1. Januar 2022 gilt bei der ICD-11 ( ICD: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems / internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) eine «anhaltende Trauerstörung» als eigenes Krankheitsbild.

Daher tut sich gut daran, wer Hilfe braucht, diese allenfalls auch bei Fachpersonen holt.

Nach Rücksprache bei einem Arzt, geht dieser davon aus, dass sich nach ca. 5 bis 7 Monaten erkennen lässt, ob die Trauer pathologisch ist oder werden könnte.

(Pathologisch = "krankhaft".)




Die ersten Schritte des Verarbeitens:

1. Der Tod eines Menschen kann für Angehörige ein Schock sein. Bis zur Bestattung ist der Tote meist im verschlossenen Sarg. Eine offene Aufbahrung erleichtert das Begreifen des Todes und den Abschied. Bewusstes Abschiednehmen ist wichtig für die weitere Trauer.

a. Sich die nötige Zeit für Trauer, den Abschied, für Gefühle und für Gebete nehmen.

i. Eine passende Atmosphäre schaffen.

b. Unterstützung von Seelsorge und Trauerbegleitern holen.

c. Allenfalls Nachgespräche mit dem Arzt führen.


Der letzte Wunsch

  • Suchen Sie allenfalls nach Unterlagen.

Eine kleine Checkliste, was bei einem Todesfall zu tun ist:

Kleine Zusammenfassung:

  • Arzt verständigen

  • Die nächsten Angehörigen verständigen

  • Bei einem Unfall allenfalls die Polizei informieren

Wenn der Tod bestätigt ist:


Nahes Umfeld informieren

  • Versicherungen verständigen

  • Bestattungsunternehmen organisieren

  • Arbeitgeber informieren (Sofern notwendig)

  • Die Behörden werden oft bereits durch den Arzt oder das Spital usw. verständigt.

  • Abklären, ansonsten informieren.

Vor der Beerdigung

  • Pfarrer, Bestattungsredner usw.

Dokumente zusammenstellen

  • Evtl. Organspendeausweis

  • Familienbüchlein, Familienausweis usw.

  • Meldebestätigung

  • Alle Verträge u.a. mit dem Bestattungsunternehmen


Bestattung / Nicht vergessen


  • Ort, Zeitpunkt, Einsargung und Bestattung

  • Kremation / Erdbestattung

  • Auswahl des Grabsteines und des Grabes

  • Friedhof rsp. Lokalität der Abdankung, Kirche usw.

  • Blumenschmuck

  • Transport

  • Todesanzeige / Danksagung

  • Ablauf der Trauerfeier

  • Leitzirkular

  • Sicherstellung / Sicherheitsmassnahmen für die Erbschaft


Zusammenstellen weiterer Dokumente

  • Testament / Erbvertrag

  • Ehevertrag

  • Versicherungen

  • Abklären der finanziellen Situation und allenfalls der Überschuldung.

  • Bei Überschuldung oder Verdacht davon, die Beantragung der Aufnahme eines öffentlichen Inventars.

  • Allenfalls das Ausschlagens der Erbschaft beantragen


Informieren weiterer Stellen

  • Kündigen oder ändern von Versicherungen

  • Krankenkasse

  • Unfallversicherung

  • Lebensversicherung

  • Hausratversicherung

  • Autoversicherung

  • Privathaftpflichtversicherung

  • AHV – Ausgleichskasse / Pensionskasse

  • Abklären u.a. Witwen-, Witwer-, Waisenrente usw.

  • Mietvertrag

  • Radio, Fernseh

  • Telefonanbieter

  • Festnetzt

  • Natel

  • Verträge

  • U.a. Kredit oder Leasingverträge, Fitness, Vereine usw.

  • Elektrizitätswerk

  • Militär, Zivildienst

  • Verkehrsabonnemente wie SBB – Abo usw.

  • Wohnungsräumung

  • Zügelunternehmen

  • Brockenhaus usw.

  • Spitex usw.

  • Notar verständigen und die Versammlung der Angehörigen für den Nachlass organisieren


Weitere mögliche Aspekte:


Es gibt Anlaufstellen, welche einem bei der Trauerbewältigung usw. unterstützen



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